Als Freelancer hat man das große Glück sein eigener Chef zu sein. Das ist zwar hauptsächlich positiv, leider bringt einen aber auch keiner wieder auf Trab oder fordert Leistung ein, wenn man den halben Tag mit putzen; einkaufen oder anderweitigem Prokrastinieren verbracht hat. Wer für sich selbst verantwortlich ist muss einiges an Selbstdisziplin entwickeln, um alle Aufgaben zu erledigen, die vor einem liegen. Und häufig staut sich da einiges an. Wir haben einige Vorschläge gesammelt, wie man seine Produktivität steigern kann, damit es leichter wird all das zu schaffen, was man sich vorgenommen hat. Abends will man schließlich seine Tagesziele erreicht haben, damit man zufrieden und ohne Verspätung in den Feierabend starten kann.
Die Grundvoraussetzung für produktives Arbeiten ist ungeteilte Konzentration. Wer sich ein Umfeld schaffen will, das konzentriertes Arbeiten fördert, sollte analysieren welche Faktoren einen um die Konzentration bringen. Beobachte dafür dein eigenes Verhalten. Vielleicht kannst du Verhaltensmuster erkennen oder bestimmte Auslöser, die dich immer wieder aus dem Konzept bringen. Beispielsweise Benachrichtigungen, Gespräche oder der Griff zum Smartphone können Gründe sein, warum die Konzentration versagt. Im Fall Smartphone lohnt es sich darauf zu achten, wieso man gerade danach gegriffen hat. Tipps, wie du mit diesen Faktoren umgehen kannst, findest du im Anschluss.

Sorge dafür, dass deine Arbeitsumgebung Produktivität fördert. Dazu gehört, dass du dir einen geeigneten Arbeitsplatz einrichtest. Dieser sollte ergonomisch angemessen sein und vielleicht die Option bieten im Stehen zu arbeiten. Deine Arbeitsumgebung sollte so ablenkungsfrei wie möglich sein. Deswegen lohnt es sich regelmäßig an deinem Arbeitsplatz und in deiner Umgebung für Ordnung sorgen. Wenn du an einem Ort arbeiten kannst, an dem du sonst nichts anders tust, wirst du dort leichter in den Arbeitsmodus kommen.
Wer sich bei absoluter Stille nicht gut konzentrieren kann, kann auch angenehme Hintergrundgeräusche oder konzentrationsfördernde Musik laufen lassen. Hauptsache dein Arbeitsumfeld ist so eingerichtet, dass es einen positiven Einfluss auf dich hat.
Übergänge von der Freizeit zur Arbeit zu schaffen kann dir helfen in den Arbeitsmodus zu kommen. Dazu gehört zum Beispiel sich so auf den Tag vorzubereiten, als würde man ins Büro gehen. Besonders wer von zu Hause arbeitet kann in die Falle tappen einfach vom Bett an den Schreibtisch zu fallen. Aber das trägt nicht unbedingt dazu bei, dass man besonders produktiv ist. Möglicherweise kannst du dir ein Morgenritual oder eine Routine überlegen, die dich dabei unterstützt den Modus schnell zu finden, aber gleichzeitig nicht langweilig wird. Zwing dich nicht dazu jeden Tag nach dem gleichen Schema zu arbeiten, sondern überlege dir welches grundlegende Organisationssystem zuträglich ist.
Zum Thema Organisation gehören auch feste Arbeitszeiten. Sich diese einzuplanen kann dabei helfen produktiver zu sein. Insbesondere geht es hier darum anzufangen und aufzuhören zu arbeiten, wenn man es sich vorgenommen hat. Nur so ermöglicht man sich Pausenzeiten. Natürlich ist einer der Vorteile daran Freelancer zu sein, dass du deine Arbeit dann erledigen kannst, wenn sie dir am besten von der Hand geht. Diese Flexibilität sollst du auch nicht aufgeben. Es geht hier also nicht darum dich dazu zu zwingen zu Zeiten am Schreibtisch zu sitzen die kontraproduktiv sind und nur dazu führen, dass du gestresst bist. Sondern vielmehr darum, in deinem persönlichen Zeitrahmen eine gewisse Regelmäßigkeit zu finden, die dir hilft produktiver zu sein.
Arbeitsweise überarbeiten
Auch wer allein arbeitet profitiert davon, sich Gedanken über seine Arbeitsprozesse zu machen. Je besser man bei der Arbeit strukturiert ist, desto weniger kann einen ablenken. Wer nach klaren Strukturen arbeitet wird weniger schnell aus dem Konzept gebracht. Beispielsweise kann man sich Vorlagen vorbereiten oder Checklisten erstellen. Wer schon eine Rechnungsvorlage vorbereitet hat, muss nur noch die übrigen Daten einstellen. Und wer eine Checkliste für Rechnungserstellung und Versand hat vergisst keinen Schritt auf dem Weg. Dieses Prinzip lässt sich von der Angebotserstellung über das Onboarding bis hin zur Nachbereitung auf die meisten Geschäftsprozesse anwenden. So bleibt viel weniger mentale Arbeit übrig. Selbst wenn man abgelenkt wird, muss man nur auf die Checkliste schauen. Du arbeitest produktiver, weil für alle Aufgaben klar ist, welche Teilschritte erfüllt werden müssen. Besonders wenn deine Arbeit an vielen Stellen einem ähnlichen Schema folgt, gewinnst du durch eine bessere Organisation langfristig mehr Zeit. Beispielsweise indem du E-Mails, die du immer wieder brauchst und die einen ähnlichen Wortlaut haben, als Vorlage schreibst und dann nur noch nach Bedarf abänderst; Textbausteine und Keyboard Shortcuts anlegst, um weniger Zeit mit Tippen zu verbringen und dir eine Formel überlegst nach der du alle Dateien benennst und ablegst, damit du dir nachdenken und suchen sparst. Falls du für ein Projekt nicht alle Aufgaben im Kopf jonglieren willst, kann dich ein Projektmanagement-Tool dabei unterstützen deine Aufgaben für das Projekt zu strukturieren. Dieses Prinzip lässt sich auf Prozesse anwenden, die dir immer wieder begegnen. So werden sie dir weniger Zeit und Energie rauben.
Aufgaben wirken deutlich weniger überwältigend, wenn man sich schon Gedanken über Teilschritte gemacht hat. So kann man den Drang zu Prokrastinieren teilweise umgehen. Für eine Anwenderdokumentation beispielsweise kannst du dir eine Outline mit Unterpunkten schreiben, damit ist die Aufgabe in kleine Happen unterteilt und die Anforderungen für die einzelnen Abschnitte sind klar. Wenn du sie Schritt für Schritt abarbeitest, hast du mit jedem Teilabschnitt ein kleines Erfolgserlebnis. So hast du nicht immer nur vor Augen, was noch alles vor dir liegt. Diese Denkweise kannst du auf fast alle größeren Aufgaben anwenden. Du kommst deinem Ziel näher, ohne vor dem großen Ganzen zurückzuschrecken.
Auch für die eigentliche Entwicklungsarbeit ist vorplanen essenziell. Überleg dir genau die Struktur und Logik, die für deine Aufgabe sinnvoll ist. So vermeidest du, dass du nochmal von vorne anfangen musst, die unnötige Arbeit machst oder große Teile verändern und austauschen musst.
Um sich besser für einen produktiven Tag zu strukturieren, sollte man die vor einem liegenden Aufgaben priorisieren und sich dann auch tatsächlich bei der Umsetzung an diesen Prioritäten orientieren. Konkret kann dies beispielsweise so aussehen: Bevor du tatsächlich anfängst zu arbeiten, sichtest du, was generell zu machen ist und schreibst basierend darauf eine To-Do-Liste. Diese Liste kann man weitergehend organisieren. Nach Aufgaben die wichtig sind, Aufgaben die unwichtig sind, Aufgaben die schnell erledigt werden müssen und Aufgaben die noch Zeit haben. Manche von diesen Kategorien überschneiden sich möglicherweise. An dieser Stelle kann man sich das Eisenhower Prinzip zu Nutze machen und die einzelnen Aufgaben nach dieser Kategorisierung in ein Raster eintragen, welches dir dabei hilft zu visualisieren, was auf deiner To-Do-Liste weiter oben stehen sollte. Dafür zeichnest du dir ein Koordinatensystem auf, mit den Achsen wichtig und dringlich und sortierst deine Aufgaben in die Kategorien wichtig & dringlich; unwichtig, aber dringlich; wichtig aber nicht dringlich und unwichtig und nicht dringlich ein. Daran wird sofort sichtbar, was heute auf die To-Do Liste muss.
Grundsätzlich gehören auf deine To-Do-Liste nur Dinge, die du wirklich heute erledigen willst und kannst. Davon, einfach alles was du jemals erledigen willst aufzuschreiben wirst du nicht produktiver. Natürlich ist es gut sich langfristige und generelle Aufgaben aufzuschreiben. Oder Dinge, die dir grade eingefallen sind und solche, die sich erst im Laufe des Tages ergeben. Diese müssen aber nicht auf deiner Aufgabenliste für den Tag stehen. Schreib sie dir gesondert auf, damit sie nicht deine Planung durcheinanderbringen. Alles, was du in (ca.) dem Zeittraum erledigen kannst, den es brauchen würde, die Aufgabe auf die To-Do-Liste zu schreiben, kannst du auch direkt erledigen. Den Rest kannst du miteinbeziehen, wenn du dich für den nächsten Tag organisierst. Natürlich kannst du neue Aufgaben nur ignorieren, wenn diese nicht dringend sind. Einschätzen kannst du das selbst am besten. Halte dich an die Prioritäten, die du dir selbst in deiner To-Do-Liste angelegt hast und arbeite sie wie geplant ab.
Realistische Erwartungen stecken
Auf deiner tagesaktuellen To-Do-Liste sollte nur so viel stehen, wie du auch realistisch erreichen kannst. Es ist aber leichter gesagt als getan, nur das aufzuschreiben. wofür am Ende auch tatsächlich Zeit ist und nicht einfach alles, was einem wichtig erscheint und dann zu versuchen das alles an einem Tag zu erledigen. Wer in die Falle tappt sich zu viel vorzunehmen macht sich mit dieser Vorgehensweise nur sehr viel Druck. Damit wird es schwerer sich auf die einzelnen Aufgaben zu konzentrieren. Folglich ist man weniger produktiv. Noch dazu ist man am Ende des Tags immer unzufrieden, weil man nicht alles geschafft hat, was man sich vorgenommen hat. Oder weil man viel später aufgehört hat zu arbeiten, als eigentlich geplant war und keine Zeit mehr hat sich zu regenerieren.
Dazu kommt, dass man manchmal für die eigene Produktivität nicht allein verantwortlich ist. Beispielsweise wenn man auf Informationen oder anderen Input von Kunden oder Kollegen wartet. Gerade in solchen Situationen ist es nutzlos zu versuchen sich etwas aus den Fingern zu saugen, dass man mit dem aktuellen Wissensstand nicht sinnvoll produzieren kann. An dieser Stelle bietet es sich an eine andere Aufgabe zwischenzuschieben oder eine kleine Pause zu machen.
Ähnlich verhält es sich auch damit, dass man manche Aufgaben zwar allein lösen kann, dies aber viel Energie und Zeit kosten würde. An dieser Stelle kann man seine Produktivität und Effizienz steigern, indem man Kollegen oder befreundete Freelancer, die sich mit dem Thema auskennen, um Hilfe bittet. Oder Dinge, die jemand anderes schneller und besser erledigen kann nach Möglichkeit an einen Experten auszulagern. Das schont die Nerven, gibt Zeit frei und das Ergebnis ist potenziell besser, als wenn man selbst eine Lösung zusammenschustert.
Zuträglich für dein Nervenkostüm und deine Produktivität ist es auch, wenn du nach dem Organisieren und Priorisieren deiner Aufgaben mit derjenigen anfängst, die du nicht nur schon am längsten vor dir herschiebst, sondern auch der, welche dir am anstrengendsten erscheint. Man kennt diese Methode auch als „eat the frog“. Wenn du den kritischsten Punkt abgearbeitet hast, erscheint dir alles, was du an diesem Tag noch machen musst leichter. Grundsätzlich kannst du auch deine Aufgaben so sortieren, dass du immer mit der schwierigsten Sache anfängst und deine Aufgaben Schritt für Schritt einfacher werden lässt. Das ist gut für die Motivation, weil es dann nur noch bergauf geht.
Zeitmanagement
Gutes Zeitmanagement könnte man auch als Schlüssel zur Produktivität bezeichnen. Natürlich kann man sich eine To-Do-Liste schreiben und versuchen sie so zu organisieren, dass man sich nur vornimmt, was realistisch schaffbar ist. Aber woher nimmt man diese Information? Auch hier wirst du dich wahrscheinlich eine Weile selbst beobachten müssen, damit du deine Erfahrungen als Richtwert verwenden kannst. Es geht hier nicht darum auf die Minute oder sogar auf die Stunde genau abzuschätzen, wie lange du für eine Aufgabe brauchst. Zeichnet sich ab, dass du dir mehr vorgenommen hast, als heute zu schaffen ist? Das ist kein Drama. Je häufiger du deine Tage planst und dir vor Augen führst, wie viel Zeit etwas in Anspruch nimmt, desto akkurater werden deine Einschätzungen. So werden deine Ziele von Tag zu Tag realistischer.
Deine To-Do-Listen müssen deine Arbeitsrealität widerspiegeln können. Du könntest dir zwar jeden Tag nur drei große Ziele setzen, wenn aber deswegen jegliche Admin-Arbeiten liegen und alle E-Mails unbeantwortet bleiben, bringt dich das auch nicht weiter. Deswegen kannst du dir beispielsweise eine Stunde am Tag für administrative Aufgaben blockieren. Vielleicht in einem Zeitraum, in dem du weißt, dass du sowieso nicht mit deiner Bestperformance rechnen kannst oder dein Nachmittagsloch hast. Auch für wiederkehrende Aufgaben, wie zum Beispiel Content für deine Social-Media-Kanäle kreieren, kannst du dir feste Zeiten blocken. Beispielsweise immer den letzten Freitag im Monat. Dann sitzen dir diese Aufgaben nicht bei anderer Arbeit im Nacken. Wenn du Zeiten für Bestimmte Aufgaben blockierst, verhinderst du, dass du etwas ewig aufschiebst, weil es dir schwerfällt oder die Aufgabe unliebsam ist. Sie existiert schließlich nicht grundlos – vielleicht sind es auch gerade die unliebsamen Aufgaben, welche dich weiterbringen würden. Möglicherweise hilft dir zu analysieren, warum du diese Aufgaben so schwierig findest und dann einen neuen Ansatz zu entwickeln damit umzugehen. Vielleicht sogar indem du sie auslagerst.
Feste Zeiten in deinem Kalender zu blocken kann dir auch gerade dann helfen, wenn du an mehreren Projekten gleichzeitig arbeitest. So kannst du deine Auslastung besser planen und für deine Kunden zuverlässige Aussagen über deine Verfügbarkeit machen.
Der Pomodoro Ansatz
Feste Zeiten blockieren lässt sich aber nicht nur auf unliebsame oder weniger dringende Aufgaben anwenden, sondern eigentlich auf all deine Aufgaben. Dafür muss es auch nicht immer eine designierte Zeit für eine bestimmte Aufgabe sein. Obwohl das natürlich möglich ist, wenn Routinen dir helfen im richtigen Mindset anzukommen. Ansonsten könntest du dir mit einer Methode behelfen in denen du immer eine bestimmte Zeit mit Arbeiten verbringst und dann eine festgesetzte Zeit für Pausen hast. Gemeint ist die Pomodoro Methode.
Bei der Pomodoro Methode folgen regelmäßige Arbeitsabschnitte auf regelmäßige Pausen. Der Gedanke dahinter ist, dass man in den Konzentrationsphasen produktiver ist, als wenn man sich einfach morgens an den Schreibtisch setzt und strukturlos vor sich hinarbeitet. Die praktische Umsetzung sieht so aus: Konzentrierte Arbeitsphasen werden in Blöcke von 25 Minuten eingeteilt, auf den Arbeitsblock folgt eine Pause von 5 Minuten. Das wiederholt sich drei Mal; also dreimal 25 Minuten arbeiten, 5 Minuten Pause. Dann folgt ein vierter 25 Minuten Arbeitsabschnitt. Anstatt dann wieder 5 Minuten Pause zu machen, machst du diesmal eine Pause von 20 bis 30 Minuten. Eine Einheit von vier Arbeitsabschnitten und Pausen dauert damit ungefähr 2 ½ Stunden. Diesen Zyklus kannst du dann nach Belieben wiederholen. Die Idee ist es sich innerhalb der 25-minütigen Arbeitsphase inhaltlich auf nur eine Aufgabe zu konzentrieren. Wenn du viele kleine Aufgaben hast, die jeweils nur wenige Minuten brauchen, kannst du diese so zusammenfassen, dass sie gemeinsam einen Abschnitt füllen.
Um die Pomodoro Methode sinnvoll einzusetzen ist es gut, wenn du deine Aufgaben und Tagesziele strukturiert hast. Zum Beispiel in deiner Tages-To-Do-Liste und mit dem Eisenhower-Prinzip. Wenn du zusätzlich noch gut einschätzen kannst, wie lange du für die einzelnen Aufgaben brauchst, kannst du sie noch effektiver aufteilen. Vielleicht nimmst du dir einen gesamten Zyklus für eine große Aufgabe und kannst vier kleine bis mittelgroße in einem anderen abarbeiten. Ein weiterer Vorteil der Methode ist es, dass du nicht zwischen Aufgaben hin und her springst, sondern eine Aufgabe nach der anderen erledigst. So musst du dich nicht immer wieder mental auf ein Thema einlassen. Anpassen kannst du die Zeitabschnitte natürlich so, wie es für dich am sinnvollsten ist.
Zeiterfassung & (interne) Deadlines
Du bist als Freelancer selbst dafür verantwortlich, dass du deine Aufgaben erledigst und dich an Projekt-Deadlines hältst. Es kann helfen, wenn du dir selbst interne Deadline setzt, um zu visualisieren zu welchem Zeitpunkt du deine aktuelle Aufgabe beendet haben willst. Oft ist es einfacher sich einer Aufgabe zu widmen, wenn man genau weiß, wann sie fertig sein soll.
Wenn du für deine Kunden sowieso deine geleistete Arbeitszeit aufzeichnen musst, kannst du das mit einer internen Zeiterfassung kombinieren. Ein Timer, den du laufen lässt, sobald du eine Aufgabe startest, kann dir helfen diese in Bestzeit abzuarbeiten. Außerdem weißt du direkt wie viele Stunden du in Rechnung stellen kannst. Aber auch bei komplett internen Prozessen kann die Uhr im Hintergrund helfen. Sie treibt an und langfristig lernst du anhand der erfassten Zeit einzuschätzen, wie lange du für einzelne Aufgaben brauchst. So kannst du deine Tagesplanung noch effektiver gestalten und nimmst dir langfristig nur noch vor, was an einem Tag auch realistisch zu leisten ist. Vergiss dabei nicht Pausen einzuplanen. Nur wer regeneriert ist kann auch seine Bestleistungen erbringen.
Ständig abgelenkt zu werden ist eins der größten Hindernisse, um produktiv zu sein und es auch zu bleiben. Produktivität ist abhängig von Konzentration. Unser Fokus wird aber sehr leicht unterbrochen. Das kann im Büro zum Beispiel daran liegen, dass wir von unseren Kollegen ständig angesprochen werden; daran, dass wir zu viele Meetings haben, nur von Termin zu Termin springen und zwischen den Meetings nicht genug Zeit haben unsere anderen Aufgaben zu erledigen. Wenn dazu dann noch ein Telefon kommt, dass in unregelmäßigen Abständen klingelt oder wir Push Benachrichtigungen über jede E-Mail bekommen, bleibt keine ruhige Minute mehr, um tatsächlich konzentriert zu arbeiten. Im Home Office muss man zusätzliche Selbstdisziplin beweisen, indem man nicht ständig in den Kühlschrank schaut, sich von Familie oder Mitbewohnern in Gespräche verwickeln oder von der Hausarbeit ablenken lässt. Die Zeitfresser Smartphone und Social-Media können an beiden Orten zu einem ernsthaften Problem werden. Jedes Mal, wenn du unterbrochen wirst benötigst du bis zu 15 Minuten, um wieder in einen produktiven Flow zu kommen. Glücklicherweise gibt es auch hier einiges, dass man tun kann, um die eigene Konzentration zu fördern. Zum Beispiel indem man nach außen deutlich macht, dass man gerade nicht für Fragen oder anderweitige Kommunikation zur Verfügung steht. Ob das nun bedeutet, dass man sich in der App die zur Team-Kommunikation verwendet wird als beschäftigt setzt und dann auch tatsächlich nicht auf Nachrichten reagiert (oder wenn möglich in einen Status schreibt, ab wann man wieder verfügbar ist); seine Bürotür schließt und nach Möglichkeit eine Information anbringt, dass man gerade nicht gestört werden möchte oder seinem Umfeld freundlich aber bestimmt kommuniziert, dass man gerade eine Aufgabe erledigt, welche volle Aufmerksamkeit benötigt und man gerade nicht gestört werden möchte. All diese Dinge können helfen Ablenkungen durch Mitmenschen zu vermeiden.
Benachrichtigungen für E-Mails kann man ausschalten und beispielsweise immer nur dann lesen oder öffnen, wenn man eine Aufgabe abgearbeitet und Luft hat sich darum zu kümmern. Oder zu bestimmten Tageszeiten. Das geht natürlich nur dann, wenn dein Job nicht davon abhängt E-Mails so schnell wie möglich zu beantworten. Mit anderen Push-Benachrichtigungen verhält es sich ebenso. Besonders die Benachrichtigungen von Sozialen Medien, die nur darauf aus sind deine Aufmerksamkeit zu wecken und so lange wie möglich zu halten. Genau deswegen ist der Umgang mit dem Smartphone auch oft eine Übung in Selbstdisziplin. Wem es besonders schwer fällt sich von seinem Smartphone nicht ablenken zu lassen kann es damit versuchen es in einen anderen Raum zu legen oder zumindest so weit weg, dass man aufstehen muss um es zu holen. Damit führt man sich zumindest vor Augen wie unterbewusst der Griff zum Telefon geworden ist, gerade wenn es im direkten Blickfeld liegt. Und wenn Anrufe laut gestellt sind verpasst man trotzdem nichts Wichtiges. Du schaffst dir Raum für Konzentration und kommst leichter in den Flow. So wirst du deutlich mehr Arbeit erledigt bekommen, als wenn alle fünf Minuten eine Push Benachrichtigung für den neusten Tweet bei dir ankommt.
Hochleistungsphasen erkennen und beschützen
Je nach deinem Chronotyp wird es dir zu bestimmten Tageszeiten leichter fallen dich zu konzentrieren. Abhängig davon wird es auch Phasen geben, in denen du besser kreative Arbeiten erledigen kannst und Phasen, in denen du besser administrative Aufgaben erledigen kannst. Verschwende die Zeit, in der du besonders konzentriert und kreativ bist nicht auf banale Aufgaben, die du fast im Schlaf lösen kannst. Als Freelancer steht es dir frei deine Zeit frei einzuteilen (solange du deine Deadlines einhältst und beispielsweise nicht einfach Meetings ignorierst) und davon solltest du auch Nutzen machen. Wenn du also nachmittags besonders produktiv bist, nutze das aus, um Aufgaben abzuarbeiten, die du sonst eher vor dir herschiebst.
Um herauszufinden, wann dir was am besten gelingt, kannst du dich eine Weile selbst beim Arbeiten beobachten. Daran merkst du schnell, ob du morgens, abends oder nachmittags deine produktivste Phase hast. In den Quellen findest du einen Link zu einem Zapir Artikel, über den du deinen Chronotyp und deine Leistungsphasen bestimmen kannst. Basierend auf deiner Erkenntnis kannst du dir Konzentrationszeiten blocken, in die du dir keine Termine legst und wie vorher erwähnt nach außen kommunizierst, dass du zu diesen Zeiten nicht gestört werden willst. Um dir diese Zeiten wirklich für produktives Arbeiten freizuhalten, empfiehlt es sich nach Möglichkeit keine Termine in deine Hochleistungsphase zu legen. Selbstverständlich bist du nicht immer der entscheidende Faktor oder kannst es dir aussuchen. Aber wenn du erfolgreich Konzentrationsphasen freihalten kannst, umso besser.
Zeiten für Termine freihalten und Ablenkungen einkalkulieren
Nur weil du keine Calls in deine Konzentrationszeiten legst, verschwinden diese ja aber leider nicht von der Tagesordnung. Wenn du also deinen Tagesplan machst, lohnt es sich deine Termine mit auf die To-Do-Liste zu schreiben und miteinzubeziehen, während du kalkulierst wie viele Aufgaben du heute bewältigen kannst. Damit wird dein Ergebnis realistischer und du kannst dir deine Arbeitslast besser aufteilen.
Wie mit Calls verhält es sich auch mit generellen Ablenkungen und Unterbrechungen. Du kannst dich noch so gut organisieren und nach außen deutlich machen, dass du grade nicht gestört werden willst. Trotzdem ist niemand gegen Ablenkung gänzlich immun. Und manchmal sind es auch akute, wichtige Dinge, die einen aus dem Flow bringen. Deswegen lohnt es sich ein bisschen Zeit für Unterbrechungen in die eigene Tagesplanung einzukalkulieren. Im besten Falle brauchst du sie nicht, im schlimmsten Fall wars du darauf vorbereitet und bist nicht enttäuscht, dass du deswegen weniger geschafft hast.
Nicht nur ungeplante Unterbrechungen solltest du mit einkalkulieren. Wer produktiver sein will, sollte nicht vergessen, dass dafür Pausen nötig sind. Das klingt zwar erstmal überhaupt nicht intuitiv, ist aber absolut notwendig, um Bestleistungen zu erbringen. Dazu gehört auch, dass du beim Pausen machen deine Aufmerksamkeit nicht einfach von einem Bildschirm auf den nächsten lenkst. Dafür, dass du dich tatsächlich regenerieren kannst, gehört auch deinem Gehirn Zeit zu geben, um sich zu regenerieren. In diesem Sinne solltest du versuchen bei der Mittagspause mit Kollegen nicht über die Arbeit zu sprechen; am Wochenende oder im Urlaub nicht ständig deine Mails zu checken und wenn du Feierabend machst auch tatsächlich den PC ausschaltest. Ohne designierte Ruhephasen, in denen man sich bewusst anderweitig beschäftigt, gerät man einfacher ins Burnout. Wenn es so weit gekommen ist, muss man über Produktivität nichtmehr nachdenken.
Wenn du das Gefühl hast du steckst gerade in einer Aufgabe komplett fest und kommst nicht weiter kann eine Pause zum Durchbruch führen. Als besonders hilfreich erweist es sich oft, wenn man ein bisschen frische Luft schnappt; einen kleinen Spaziergang macht oder einfach ein bisschen den Flur auf und ab geht. Die Bewegung kann zu einem Geistesblitz führen. Wichtig dabei ist, dass die Gedanken frei schweifen können und man nicht direkt wieder vom nächsten Thema in Beschlag genommen wird. Zwing dich nicht dazu acht Stunden an derselben Stelle zu sitzen, sondern nutze deine Freiheiten, um eventuelle Knoten in deinem Gehirn zu lösen.
Wie viel du dich bewegst, wie viel Schlaf du bekommst und auch ob du genug Wasser trinkst und dich gesund ernährst, kann einen Einfluss auf deine Produktivität haben. Wenn der Körper nicht mit genug Energie versorgt wird, kannst du diese auch nicht nutzen, um produktiv zu sein. Das gilt besonders für Phasen, in denen du enorm gefordert bist. Denk auch daran regelmäßig zu lüften. Die frische Sauerstoffzufuhr ist gut fürs Gehirn. So kannst du dich langfristig besser konzentrieren und bewegst dich immer mal wieder ein kleines bisschen zum Fenster und zurück. Je mehr du dich verausgabst, desto besser musst du dich versorgen und desto erholsamer sollten deine Pausen sein.
Auch kurze (virtuelle) Kaffeepausen mit Kollegen oder Freunden kannst du bei Gelegenheit in deinen Tag einbauen. Das stimuliert und ist gut für die Psyche.
Gut für die Psyche und die Produktivität ist es auch sich zu belohnen, wenn eine Aufgabe abgearbeitet ist. Deine langfristige Motivation wird auch davon profitieren, weil du eine positive Assoziation mit Produktivität schaffst.
Weniger Stunden arbeiten
Versuche Arbeiten um des Arbeitens willens zu vermeiden. Du kannst komplett ohne Struktur und Ziel vor dich hinarbeiten, aber damit tust du dir keinen Gefallen. Nur weil du denkst, dass du acht Stunden am Tag arbeiten solltest, um dein schlechtes Gewissen zu beruhigen, ist das noch lange nicht die Lösung. Viel eher hast du als Freelancer die Chance dir deine Zeit so einzuteilen, wie es für dich richtig ist. Viel sinnvoller als sich vorzunehmen acht Stunden vor dem Computer zu sitzen ist es sich ein konkretes inhaltliches Ziel zu setzen. Frag dich „was muss ich heute erledigen“? Und arbeite dann konzentriert auf dieses Ziel hin. Je schneller du dein Ziel erreichst, desto früher kannst du dir frei geben. Oder ein Projekt angehen, dass du dir schon lange vorgenommen hast, aber für das nie Zeit war. Es ist gut für die Psyche Pausen zu machen und Dinge zu tun, die einen von der Arbeit ablenken, das bringt frischen Wind in den Kopf und man kann Probleme kreativer lösen. Wenn du weniger Stunden arbeitest und deine Freizeit nutzt, um deine Batterien aufzuladen, hast du mehr Energie für die Arbeit und kannst dich besser konzentrieren und bist produktiver.
Um während deiner Arbeitszeit produktiv zu sein, solltest du dann aufhören zu arbeiten, wann du es dir vorgenommen hast. Diese harte Deadline wird dafür sorgen, dass du deine Aufgaben besser priorisieren musst. Wer weniger Zeit zur Verfügung hat muss sich zwangsweise besser organisieren, um die gleiche Menge an Arbeit zu schaffen. Du musst bewusster entscheiden, welche Aufgaben dich wirklich weiterbringen und welche zwar Zeit füllen, aber im Endeffekt nur gemacht werden, um gemacht zu werden.
Es ist möglich in weniger Stunden (vielleicht in sechs) genauso produktiv zu sein, wie in acht Stunden. Das hängt aber auch davon ab, wie viel Energie man bereit ist zu investieren und wie fokussiert man in diesen Stunden tätig ist. Wenn du dich fragst, wie viele tatsächlich produktive Stunden du am Tag hast, solltest du dir einen Timer stellen, der aufzeichnen wie viel Zeit du am Tag „arbeitest“ und wie dieser Zeit du tatsächlich produktiv arbeitest. Daran erkennst du schnell dein eigenes Limit für tatsächliche Performance. Es spricht nichts dagegen danach auch einen Schlussstrich zu ziehen. Denn man muss nicht nur vor dem PC sitzen und so tun als würde man arbeiten, nur um kein schlechtes Gewissen zu haben. Das führt nur dazu, dass man frustriert ist und das Gefühl hat die eigene Zeit nicht sinnvoll zu nutzen.
Alle Empfehlungen, die zum Thema Produktivität ausgesprochen werden, können noch so gut sein. Wenn du merkst, dass sie absolut nicht zum eigenen Arbeits- und Lebensstil passen, solltest du dich nicht zwingen ihnen zu folgen.
Werde nicht dein eigener ungnädiger Chef. Erkenne an, dass nicht alle Tage gleich gut laufen können. Tu die Dinge, die dir persönlich helfen produktiv zu sein und dich bei deiner Tätigkeit gut zu fühlen. Wichtig ist, dass du dir die Freiheiten erhältst, wegen derer du dich vielleicht für das Freelancer Leben entschieden hast. Wenn du deine Ziele für den Tag schon früh geschafft hast, kannst du zum Beispiel einfach Feierabend machen. Am Ende ist alles erlaubt, was dir persönlich hilft produktiv zu sein. Aber eben auch nur dass, was dir dabei wirklich hilft und nicht das, was du dir nur selbst vorgaukelst würde helfen und am Ende doch nur Prokrastination ist.
Quellen
https://freelancedesignerclub.de/produktivitaet-als-freiberufler/
https://freelancedesignerclub.de/produktivitaet-tipps-freelancer/
https://www.coya.com/coyas-home-club/7-tipps-mehr-produktivitat-freelancer-home-office
https://www.jonasarleth.com/blog/produktivitaet-tipps-fuer-gestalter-freelancer-kreative
https://www.freelancercheck.de/blog/lifestyle/10-tipps-zur-steigerung-ihrer-produktivitaet/
https://www.twago.de/blog/produktiver-durch-den-tag-ein-leitfaden-fuer-freelancer/
https://dev.to/linearb/brain-time-vs-butt-time-improve-developer-productivity-4468
https://dev.to/ohdylan/improve-your-productivity-as-a-developer-22kc
https://www.free-talent.de/10-moglichkeiten-um-die-eigene-produktivitat-zu-steigern/
https://zapier.com/blog/how-to-work-5-hour-days/
https://levelup.gitconnected.com/5-time-wasting-habits-of-programmers-6251c643e1d2
17.11.2021

