Deine Art dich selbst zu präsentieren, auch Personal Brand genannt, kann ein hilfreiches Mittle sein, um potentielle Kunden auf dich aufmerksam zu machen. Was gibt es dabei zu beachten, wie stellt man sich geschickt selbst dar, um positiv aufzufallen und welche Mittel kann man dafür nutzen?
Warum solltest du in deine Personal Brand investieren?
Ganz klar ist – durch Soziale Medien und das Internet generell ist es leichter geworden sich nach außen zu präsentieren. Nicht nur Marken und große Firmen profitieren davon sich ein Image aufzubauen und ihre Werte nach außen zu kommunizieren. Auch für Freelancer und Selbstständige ist es wertvoll sich mit dem Thema Personal Brand auseinander zu setzen und zu lernen, wie man sie zielführend einsetzt.
Wer sich geschickt anstellt kann als Freelancer mit seiner Personal Brand viel erreichen. Der erste Vorteil ist, dass man mehr Anerkennung bekommt, sich als Experte positioniert, dementsprechend bessere Angebote für Projekte bekommt und höhere Preise leichter verhandeln kann. Wer als Experte in seinem Bereich gilt, dem wird vertraut. Wenn der eigene Name einen hohen Widererkennungswert hat, erleichtert einem das langfristig den Einstieg in neue Jobs und macht Netzwerken einfacher. Wer Soziale Medien dafür geschickt einsetzt kann so auch leichter Kontakte halten und pflegen.

Wenn man sich eine Personal Brand entwickeln will muss man erstmal wissen, wofür man eigentlich steht, welche Werte man vertreten will, was die eigene Expertise ist und was einen einzigartig macht (ob beruflich oder persönlich). Dafür lohnt es sich die W-Fragen aus der Grafik für sich zu beantworten. Das kann dabei helfen Themen und Fähigkeiten zu identifizieren, die man vielleicht selbst gar nicht vor Augen hatte. Wer sich seiner Absichten und seiner Mission bewusst ist kann deutlich besser seine Zielgruppe identifizieren und seinen Auftritt auf sie abstimmen. Die goldene Regel dabei ist sich selbst treu zu bleiben. Nur wer authentisch ist kann langfristig einen positiven Effekt erzielen. Dabei darf man auch polarisieren. Du willst schließlich nicht alle erreichen, sondern deine Zielgruppe.
Damit sich dein Profil in einen Projektmagneten verwandeln kann, musst du dich selbst gut kennen und wissen, wie du ankommst. Dafür sollte man sich und sein Verhalten auch einmal kritisch hinterfragen. Damit dein Online-Auftritt nicht nur auf deiner Selbstwahrnehmung basiert ist es sinnvoll das Gespräch mit einer Vertrauensperson zu suchen und sie zu fragen, wie du wahrgenommen wirst. Das kann ein Kollege sein, dein Partner, ein Freund oder ein Mentor. Hauptsache ist, dass du bereit bist die ehrliche Antwort anzunehmen. Die Antworten helfen dir nämlich nur, wenn du sie tatsächlich ernst nehmen kannst, sie ehrlich und konstruktiv sind. Komplimente, die eigentlich keine sind oder hohle Worte helfen hier nicht weiter.
Mundpropaganda ist ein wertvolles Werkzeug für Freiberufler. Es trägt zu unserem Image bei. Informationen werden kommuniziert und eine (subtile) Wertung fließt ein. Aber man muss sich bewusst sein, nicht alles was über eine gesagt wird ist positiv. Positive Erlebnisse werden nur ca. drei Mal weitererzählt, negative dafür bis zu 33 Mal. Um noch besser zu verstehen wie du wahrgenommen wirst und ob das dem entsprichst, was du gerne nach außen kommunizieren möchtest, kannst du zum Beispiel die folgenden Fragen stellen:
- Wofür bin ich Experte?
- Welche Fähigkeiten machen mich einzigartig?
- Welche Auszeichnungen und Zertifizierungen habe ich?
- Wen will ich erreichen? Was ist meine Kernbotschaft?
- Wie relevant sind meine Themen für die Zukunft? Wofür stehe ich?
- Wo liegen meine Leidenschaften? Welche meiner Eigenschaften eigenen sich für meine Marke?
- Inspiriert mein Auftreten vertrauen?
- Wirke ich kompetent, hilfsbereit oder freundlich?
- Welchen Nutzen birgt eine Zusammenarbeit mit mir?
- Welche Risiken bringt sie mit?
Das Feedback inspiriert dich hoffentlich und bringt dir neue Anregungen für Inhalte und Zielgruppe.
Wen willst du mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung erreichen? Darauf solltest du auch deine Personal Brand ausrichten. Vielleicht hast du schon ganz genau vor Augen wer dein idealer Kunde ist. Oder welche Kollegen du von dir überzeugen willst. Das ist hervorragend. Wenn du aber noch nicht sicher bist, was genau deine Zielgruppe ist solltest du dir darüber Gedanken machen.
Je spezialisierter du bist, desto einfacher ist es auch deine Zielgruppe zu identifizieren. Ebenso verhält es sich mit deinem USP. Wenn du genau weißt, was dich besonders macht und warum du die Lösung für das Problem deiner Zielgruppe hast, weißt du auch, welche Nachricht deine Personal Brand vermitteln muss. Am besten ist es natürlich, wenn du deine Leidenschaft mit deiner Fachkompetenz verbinden kannst und du damit das Interesse deiner Zielgruppe triffst.
Unterschätzen darf man dabei auch nicht das Potential von Communities und Projektportalen wie Datenexperten. Dort sind Projekte ausgeschrieben, die für dich als Freelancer interessant sind und möglicherweise gewinnst du sogar einen langfristigen Kunden über den dort entstandenen Kontakt.
Welcher Kanal eignet sich am besten für den Aufbau der Personal Brand?
Welcher Kanal sich am besten für den Aufbau der Personal Brand eignet hängt ganz davon ab, welche Zielgruppe man erreichen will. Und vom eigenen Stil. Du kommunizierst gerne in kurzen Statements, bei denen Nuance nicht ganz so wichtig ist? Dann ist Twitter die richtige Anlaufstelle für dich. Denk daran für deine Zielgruppe relevante Hashtags zu verwenden, damit deine Reichweite wächst. Wenn du lieber visuell kommunizierst und längere Beiträge zu deinen Statements, Videos oder Bildern verfassen willst, bist du auf Instagram oder Facebook richtig. Oder du schreibst deinen eigenen Blog, machst dein eigenes Videomaterial (und veröffentlichst es auf YouTube oder ähnlichen Kanälen). Längeres Material lässt sich dann auch wiederum leichter in Appetithappen für deine Social-Media-Kanäle verwandeln. Hauptsache ist – du fühlst dich mit deinem Medium wohl, kannst dich dort authentisch präsentieren und deine Zielgruppe verwendet dein Medium. Denn wenn du gerne auf Reddit postest, aber deine Zielgruppe auf Instagram zu finden ist, kann deine Arbeit keine Früchte tragen.
Wichtig ist, dass du gefunden wirst, wenn man deinen Namen in Suchmaschinen eingibt. Es lohnt sich eine Webseite zu haben und in SEO-Optimierung zu investieren. Auch hier gilt: das Alleinstellungsmerkmal herausarbeiten und sich als Experten präsentieren. Am besten mit einem Auftritt der regelmäßig aktualisiert wird und auf alle Endgeräte optimiert ist.
Nutze die Plattform, die zu deinem Stil und deinem Produkt passt. Und die, auf der deine Zielgruppe zu finden ist.
Zusammen kommt man weiter als allein. Das trifft auch im Bezug auf das Thema Personal Brand zu. Schließlich will man mit der Personal Brand sein Netzwerk aufbauen und sich nicht als Einzelkämpfer präsentieren. Deswegen bietet es sich an mit Kollegen gemeinsame Sache zu machen. Beispielsweise indem man Gastbeiträge schreibt, Fragen beantwortet, Gast bei einem Podcast ist, mit Content von anderen interagiert, Inhalte teilt, auf Produkte und Webseiten von anderen hinweist. Wenn du eine Projektanfrage hast, die nicht zu dir passt oder die du nicht annehmen kannst, kannst du sie an einen Kollegen weitergeben. Empfehlungen bleiben dem Kunden und dem Kollegen positiv in Erinnerung. Man schafft den Durchbruch schneller, wenn einem jemand die Hand reicht. Ohne mit anderen zu kommunizieren oder weiter zu helfen kann man sich auch keine Personal Brand aufbauen. Vielleicht gibt es sogar die Möglichkeit Kooperationen mit Unternehmen aufzubauen. Man sollte aber auf keinen Fall andere schlecht machen, um sich selbst hervorzuheben.
Wer ist in meiner Nische auch aktiv? Wer wirkt kompetent und sympathisch? Nimm Kontakt auf und zeige Interesse an deinem Gesprächspartner. Über das berufliche Netzwerk erhalten viele Freelancer Projekte, weil sie von Kollegen oder Stammkunden weiterempfohlen werden. Kontakt aufnehmen kannst du beispielsweise über Social-Media-Kanäle, indem du (online und offline) in Gruppen und Vereine eintrittst, in denen du deine Zielgruppe findest oder die deinen Berufsstand vertreten. Wenn möglich kannst du auch Veranstaltungen besuchen (online und offline) und Pausen als Gelegenheit zum Small Talk ausnutzt. Vielleicht gibt es sogar die Möglichkeit Kooperationen mit anderen Freelancern oder Unternehmen einzugehen.
Natürlich geht es bei der Personal Brand darum dich darzustellen, aber viel mehr geht es darum dich ganz unaufdringlich als Experten in deinem Fachbereich zu etablieren. Wenn du deine eigenen Fähigkeiten zur Schau stellen kannst, ohne dich wie ein Marktschreier anzupreisen, sondern indem du echten Mehrwert für deine Kunden produzierst werden Interessenten ganz automatisch auf dich zukommen. Deswegen musst du auch nicht jeden Post kommentieren, sondern nur dann, wenn du wirklich einen Mehrwert beitragen kannst. Bau auf Qualität statt Quantität.
Kannst du mit deinen Inhalten begeistern? Kannst du dich selbst für deine Inhalte begeistern? Wenn ja, bloß keine falsche Bescheidenheit, das sendet die falsche Nachricht. Es geht ja darum die eigenen Stärken und Leistungen zu kommunizieren, ohne zu übertreiben.
Langfriste Kundenbindung kannst du nur mit relevanten Inhalten erreichen, die deine Kunden auch im Zugriff haben. Beispielsweise über einen Newsletter, indem du Fachartikel schreibst oder auf Vorträge aufmerksam machst, die du hältst. Hier ist aber Vorsicht geboten. Zu häufig Inhalte zu versenden kann auch kontraproduktiv sein, wenn der Kunde genervt wird und der Inhalt nicht relevant ist.
Wer sich damit wohl fühlt darf gerne auch das ein oder andere persönliche in seinen Onlineauftritt einfließen lassen. Menschen haben gerne mit einer authentischen Person zu tun. Wenn du deine Werte und deine Fähigkeiten mit persönlichen Anekdoten untermalen kannst bleiben sie besser im Gedächtnis und du baust eine Beziehung zu deinen Kunden und Followern auf.
Wenn möglich kannst du auch zu Interaktionen aufrufen. Stelle selbst Fragen, zeige Interesse an deiner Umgebung. So kannst du ganz automatisch Beziehungen in deinem Netzwerk aufrechterhalten, ohne aus dem blauen heraus Kunden anschreiben zu müssen. Vielleicht hast du ja sogar eine Umfrage oder anderen interaktiven Content, mit dem du wichtiges Wissen über deine Zielgruppe erlangst und damit Mehrwert für deine Kunden schaffst.
Während eines Projekts, besonders wenn du vor Ort im Unternehmen arbeitest, bietet es sich auch an mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen, dann denkt man beim nächsten Bedarf direkt wieder an dich. Besonders wenn man es schafft seine Expertise deutlich zu machen und hilfsbereit ist.
Deine Online Präsenz sollte eindeutig und einheitlich sein, damit – egal auf welchem Medium – direkt klar ist, mit wem man es zu tun hat und dass es sich immer um die gleiche Person handelt, nicht nur um jemanden mit dem gleichen Namen.
Wichtig dabei ist auch, dass immer klar ist, wie man dich erreich kann. E-Mail, Skype, Kontaktformular im Blog, Handynummer, Social-Media-Kanäle. Es sollte erkennbar sein, dass es sich um eine Person handelt. Dabei kannst du auf einheitliche Bilder, Designs und vielleicht sogar ein eigenes Logo mit deinem Namen setzen.
Der Rhythmus, in dem du Content veröffentlichst, sollte auch gleichmäßig sein. Poste lieber weniger, aber dafür regelmäßig. Auch das schafft Vertrauen, weil du damit Zuverlässigkeit vermittelst. Und Vertrauen aufbauen ist das Ziel der Personal Brand. Dabei gilt auch – gib deine Personal Brand nicht aus der Hand. Wenn andere für dich sprechen wird das schnell deutlich, du bist nicht authentisch. Ebenso verhält es sich damit sich zu verstellen und nur Meinungen zu vertreten, die keine Emotionen hervorrufen. Man ist nicht authentisch und setzt sich auch nicht von der Masse ab.
Quellen
https://fireflycomms.com/de/blog/5-schritte-zur-personal-brand/#
https://talente.co/erfolg/4622/personal-brand-aufbauen-personenmarke/
https://www.freelancercheck.de/blog/karriere/vermarktung/selbstvermarktung-fuer-freiberufler/
18.03.2021

